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                                        Lorenzo le kou Meyr       ........................................................              



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"Seit langem schon durchzieht das Wechselspiel vom Stimmungen und Faktischem, von An-und

Abwesenheit, von Greifbarem und Vorgetäuschtem das Werk des Bieler Künstlers", das schreibt
Annelise Zwez im Bieler Tagblatt als Lorenzo le kou Meyr im letzten Dezember als alleiniger
Preisträger das Anderfuhren-Stipendium erhielt. Das dreiteilige Werk besteht aus zwei Bildern 
und zwei vorgelagerten Objekten. Sie befassen sich „stimmungsmässig mit den Tagen vor 
wichtigen historischen Ereignissen wie der Entdeckung Amerikas, der französischen Revolution 
und der ersten Mondlandung. Als Sprache hiefür dient Lorenzo le kou Meyr die Kunstgeschichte.
So ist zum Beispiel das Kartografische vom Tag, als ein Silberstreifen am Horizont Amerika ver-
sprach, einem Stich von Albrecht Dürer entnommen, die französische Revolution verbündet sich
mit William Turner und die Mondlandung mit der Pelztasse von Meret Oppenheim. Dem 
Konzeptuellen, so sagt der Künstler, stehe aber sehr viel Assoziatives, Träumerisches zur Seite.
Es gelingt ihm in dieser Arbeit Anziehendes, Fremdes, ja sogar Abstossendes in einen Wirbel zu
versetzen, der die drei so verschiedenen Ereignisse irritierend und geheimnisvoll zueinander in 
Beziehung setzt."
Die umfangreiche Arbeit ist in dieser Konstellation nicht mehr zu sehen. Die Kantonale Kunst-
kommission hat einen Teil angekauft.
Eben erst hat Lorenzo le kou Meyr wieder einmal gezügelt. Diesmal hat er ein Atelier mit Garten 
bezogen, und es sieht nach längerem Verweilen aus. Noch fehlt dem Atelier der Charme der 
verspielten Ecken und Wände, der Zettel und unzähligen Memos, die für mich zu diesem 
Künstler gehören. Ganz ordentlich hängt an der rechten Wand eine Serie von wunderbar weich
gemalten, farbigen Kissen. Lorenzo le kou Meyr konzentriert seinen Blick hier auf ein „umgekehr-
tes Sehen": Die Schatten werden hell gemalt, so dass die Kissen wie von unten beleuchtet zu 
schweben beginnen und ein greifbarer Alltagsgegenstand in eine nicht fassbare Welt der Dinge
entrückt.
Wenn sich der Künstler an seinem neuen Computer mit einem hochmodernen, farbigen Acryl-
gehäuse setzt, dann schauen ihm berühmte „Köpfe mit Hüten", „Art-Puppets" von der Rück-
wand über die Schultern. Im Negativverfahren hat sie der Künstler aus Bildern und Stichen 
von Vermeer und Holbein auf Blau reduziert und ausgedruckt, verdoppelt zusammengenäht
und mit Watte gepolstert dreidimensional an die Wand gepinnt. Wieder befragt und verbindet 
der Maler entfernte Zeiten mit neuen Medien und Techniken.
Le kou Meyr geht konsequent seinen Weg. Wie er Geschichtliches zu einander rückt, so ver-
mischt er auch die Medien. Ein breites Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten öffnet sich.
In der letzten Berner Ausstellung hat er das gleiche Sujet als Foto und als Malerei einander 
gegenüber gestellt mit der Frage: Was denn eigentlich macht die Malerei aus? Warum über-
haupt male ich, wenn ich etwas auch fotografieren kann? „Ich male ja immer, auch wenn ich 
fotografiere", sagt er. Wo sind die Grenzen des Machbaren? Eine Frage, die ihn nicht loslässt. 
Warum soll er Fotografie und Computer nicht nutzen, um sich den Weg abzukürzen, um zu 
dem für ihn Wesentlichen vorzustossen?
Jetzt arbeitet der Künstler mit dem Computer in einem Negativverfahren. Er sucht sich 
spannende „Nacht"-Bilder odervielmehr „Licht"-Bilder im Computer und beginnt das Licht von 
Strassenlampen, Beleuchtungen von Gebäuden, erhellten Fenstern und Eingängen zu malen. 
Die Nacht ist weiss, das Licht wird blau. In der blauen Farbe geht er der Ausstrahlung des 
Lichtes nach. Er malt Licht.
Viele Konturen werden in der nächtlichen Beleuchtung weich, lösen sich auf, verlieren sich. 
Historische Gebäude, ganze Dörfer und Städte tauchen in einen Nebel und lassen sich nur 
noch erahnen. „Ich habe immer das Weiche, nicht ganz Erkennbare gesucht", sagt der Künstler
sinnend. Die Verfremdung durch das Negativverfahren, die „weissen" Nächte und das „schwarze
oder blaue" Licht lässt uns wohlbekannte Dinge in einer neuen, rätselhaft verzauberten At-
mosphäre erleben. Die Örtlichkeit selbst scheint wenig wichtig, vielmehr der andere Blick, der 
auch störende Elemente nicht verschönt und das Interesse an eben diesem nicht ganz Erkenn-
baren Ort oder Ding weckt.

© Dorothe Freiburghaus






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